BMW weitet Rückruf seiner Lederjacken aus

BMW Motorrad weitet den Rückruf von Motorrad-Lederbekleidung aus. Bislang waren nur die Down Town Handschuhe und die Herren Club Leather Jacke in Größe M betroffen. Nun werden sicherheitshalber alle Größen, sowie das entsprechende Damenmodell der Jacke aus dem Verkehr gezogen.

Grund: Chrom IV im Leder

Das Landratsamt verweist auf eine stichprobenartige Untersuchung der Jacke und Handschuhe eines Lieferanten durch das Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper, bei der Chrom VI oberhalb des gesetzlich normierten Grenzwertes nachgewiesen wurde. Chrom VI kann bei Personen allergische Reaktionen hervorrufen. BMW selbst prüft seine Life-Style-Produkte aus Leder regelmäßig auf Chrom VI und konnte bisher keine Auffälligkeiten feststellen.

Damit weitet sich der Rückruf europaweit aus und umfasst nun die Herren-Club-Lederjacke in allen Größen (Teilenummern 76129899222 bis 76129899227), die Damen-Club-Lederjacke ebenfalls in allen Größen (Teilenummern 76129899228 bis 76129899234) und weiterhin alle Größen des DownTown-Handschuhs (Teilenummern 76218560843 bis 76218560849).

Besitzer werden gebeten, betroffene Kleidungsstücke an ihren BMW Motorrad Händler zurückzugeben. Unabhängig vom Alter können betroffene Artikel gegen ein gleichwertiges BMW Motorrad Produkt umgetauscht werden.

Kontaktallergen Chrom IV

In den offiziellen Warnhinweisen wird immer wieder vor Produkten aus Leder gewarnt, die den gesetzlichen Grenzwert für Chrom(VI) überschreiten. Chrom(VI) ist nach Nickel und Duftstoffen eines der häufigsten Kontaktallergene. Für Lederwaren, die mit der Haut in Kontakt kommen, gilt ein gesetzlicher Grenzwert von 3 mg/kg.

Wer bereits eine Allergie gegen Chrom(VI) hat, sollte chromfreies, pflanzlich gegerbtes Leder bevorzugen oder auf andere Materialien als Leder ausweichen. Hersteller, die pflanzlich gegerbtes Leder verwenden, werben in der Regel auch damit. So wie wir.

Eine Orientierung bietet auch das IVN-Naturledersiegel: Es verbietet die Chromgerbung.

Schadstoffprüfsiegel, z.B. vom TÜV, garantieren zumindest die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte.

Gesundheitsgefährdung durch Chrom (VI)

Bei unsachgemäßer Handhabung der Technologie kann es je nach Säuregrad, Alkalität, Temperatur oder Lichteinfluss während des Gerbprozesses durch Redoxreaktionen zu einer chemischen Umwandlung von Chrom (III) zu Chrom (VI) kommen. Die Bildung von Chrom(VI)-Verbindungen sollte wegen der sensibilisierenden oder allergenen Wirkung vermieden werden. Je nach Konzentration und Art des Kontaktes können Chrom(VI)-Verbindungen auch weitere gesundheitliche Schäden verursachen. Eine krebserzeugende Wirkung von Chrom (VI) kann bei oraler Aufnahme abgeleitet werden.

Lederprodukte, die mit der Haut in Berührung kommen, können Sie beim örtlichen Lebensmittelüberwachungsamt melden, wenn Sie den begründeten Verdacht haben, dass sie gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Dieses ist auch für die chemische Prüfung von Bedarfsgegenständen mit Hautkontakt zuständig.

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