Made in Germany -
der Herstellungsprozess unserer Lederwaren

Wie unsere Produkte manuell gefertigt werden in Bild & Text – und wieso Ihre Bestellung mindestens 30 Tage dauert

Schön, dass Sie hergefunden haben. Kommen Sie mit, wir nehmen Sie mit auf die Reise – eine Reise, die Ihnen aufzeigt, wie unsere Produkte Stück für Stück entstehen und welche Schritte notwendig sind, bis Sie die Produkte in Händen halten können, die Sie auf unserer Seite finden – aber auch solche, die wir für Sie persönlich als echte Unikate entwerfen. 

Am Anfang steht die Idee

Alles beginnt mit einer Idee. Inspirationen finden wir überall – in der Natur, wenn wir im Internet surfen, oder einfach, wenn wir uns überlegen, wie wir ein bestimmtes Produkt gerne haben würden. 

Manchmal sind auch Sie es, die uns auf neue Wege führen – mit Ihren Ideen, die wir dann in die Realität holen.

individuelle Lederwaren
produkt-planen

Der Planungsprozess

Obwohl wir manchmal einfach das Messer ansetzen, und etwas Neues schaffen, einen Prototypen, so gilt es doch, ein Muster zu schaffen, aus dem allen folgenden Produkte immer gleich und in gleicher Qualität entstehen – und das geht am besten am PC. Hier entwerfen wir erste Schnittmuster und Skizzen.

Muster vorbereiten

Sobald die Planung am PC abgeschlossen ist, drucken wir unsere Schnittmuster zum ersten Mal aus. Hier stellt sich dann heraus, ob wir an alles gedacht haben und alles zusammen passt.

Produkt entwefen
Muster ausschneiden

Templates aus dem Leder schneiden

Die Vorlagen werden zugeschnitten, und auf das Leder gelegt und teils ( bei größeren Stücken ) mit speziellem Klebeband fixiert. Danach schneiden wir die einzelnen Teile sorgsam und per Hand aus der vorbereiteten Lederhaut aus. Hierbei achten wir darauf, aus welchem Teil des Leders das gewünschte Produkt entstehen soll.

kleben

Klebearbeiten

Vor allem bei Kleinlederwaren ist es oft vonnöten, dass bestimmte Teile zusammen geklebt werden. Das bedeutet, den Kleber vorsichtig aufbringen, warten – und danach alles präzise aufeinander zu kleben.

Kanten abflachen

Besonders bei Geldbeuteln oder Etuis mit mehreren Lagen ist dieser Schritt unabkömmlich. Hierbei werden die Enden verflacht, man spricht hier auch vom sogenannten „Skiving“. 

Dabei wird in einem bestimmten Winkel Leder vom Rand des Werkstücks abgetragen, damit dieser dünner wird. 

Der gesamte Rand des Produkts erscheint dadurch wesentlich dünner , als wenn alle Lagen in der Originaldicke zusammen gebracht würden.

Kanten abflachen

Assemblieren

Nun werden vorsichtig alle Teile an Ihren Platz gebracht. Dabei achten wir darauf, dass alles sauber und genau passt.  Hierbei werden dann auch z.B. Nähte, die später versteckt sind, eingearbeitet.

Zwischenstufe
assemblieren des Lederwerkstücks

Naht vorbereiten

Damit die Naht später nicht zu sehr aus dem Leder heraussteht, ziehen wir mit einem Nahtzieher die Rillen, in denen der Faden später liegen wird. Das hat den Vorteil, dass dieser nicht so schnell verschleißen kann, wie hier bei einem Kreditkartenetui, das man doch recht häufig nutzt.

Hier achten wir auf eine gleichmäßige Tiefe der Rille und dass die Rillen nicht bis zum äußersten Ende des Leders gehen, da dies später die Optik des Werkstücks beeinträchtigen würde.

Nahtlöcher stanzen
Nahtraender ziehen

Nahtlöcher einbringen

Mit einem sogenannten Pricking Iron also Stanzeisen, werden die Löcher, die für die Naht benötigt werden, Stück für Stück manuell ins Leder gestanzt.

Hierbei gibt es unterschiedlichste Variationen, vom Abstand der einzelnen Prongs als auch von der Form dieser. Rundlöcher oder diamantförmige Löcher sind hier als Standard zu nennen.

Damit die Nahtlöcher auch akkurat in einer Linie liegen, wird vorher mit einem Stechzirkel eine Linie vorgezogen. Diese ist später, wenn das Produkt fertig ist, nicht mehr zu sehen, da diese vom Garn verdeckt wird.

Der Nähprozess

nähen des Leders

Sobald alles an seinem Platz ist, die Nahtlöcher gestanzt, geht es zum Nähen – auf klassische Weise. Eine Nähmaschine werden Sie bei uns vergeblich suchen. Eines unserer Markenzeichen ist das Nähen von Hand. 

Nicht nur, dass wir hierdurch wesentlich mehr Kontrolle über den Prozess haben, sondern auch, dass diese Nähte halten. Jahrelang. Und darauf sind wir stolz. Natürlich hat das seinen Preis: Eine Naht dauert ca 10-15 mal so lang, wie mit einer Maschine.

Ein weiterer Vorteil ist, sollte doch einmal an einer Stelle die Naht – aus welchen Gründen auch immer – aufgehen, dann nur an dieser Stelle. 

Die traditionelle Sattler-Nähvariante ist nämlich eine, bei der die Naht sich nicht weiter auftrennen kann. Ziehen Sie dagegen an einer maschinengenähten offenen Naht, haben Sie den ganzen Faden in Null komma Nichts aus dem Produkt gezogen und es fällt auseinander.

Nachdem die Naht sitzt, wird diese sanft mit einem flachen Hammerkopf in die Vertiefung geklopft. Das hat den Vorteil, dass nichts heraus steht aber auch, dass der Faden in die Breite geht, was optisch ein besseres Ergebnis zur Folge hat. Das gilt vor allem für flache Fäden, wie sie bei gröberen Projekten wie Messerscheiden zum Einsatz kommen. Ein weiterer Effekt ist, dass die Nahtlöcher, die zuvor gestanzt wurden, geschlossen werden. Da die Fäden meist leicht gewachst sind, kann hier dann keine Feuchtigkeit eindringen und Schäden verursachen.

Ränder schleifen

Kanten schleifen

Nachdem alles sorgsam vernäht wurde, werden die Kanten mittels feinem Schleifpapier geebnet. 

Ecken abrunden

Sicherlich, es gibt Situationen, da möchte man das Leder eckig lassen. Praktisch ist das aber meist nicht, da sich das Stück sonst leicht verheddern kann. 

Daher runden wir die Ecken ab, je nach Größe des Werkstücks mit anderen Radien. Hierzu gibt es mehrere Methoden, von der Fingerkuppe bis hin zum professionellen Rundeisen.  

Die leichten Überstände werden sorgsam mit feinem Scheifpapier plan gerieben. 

ecken runden
Kanten ziehen

Kanten ziehen / beveln

Da sich durch den vorherigen Schleifprozess eine Wulst an den Rändern des Leders bildet, werden diese mit einem Kantenzieher sozusagen „entgratet“, d.h. wir bekommen durch diesen Prozess eine runde Kante. Dies muss vorsichtig und im immer gleichen Winkel vonstatten gehen, da sich das sonst später auf das Erscheinungsbild auswirken könnte.

Dies ist auch für den späteren Prozess beim Kanten färben und glätten wichtig, damit hier keine harten Übergänge entstehen.

Kanten färben & glätten

Kanten färben und glätten

Jedes Lederprodukt steht und fällt mir der Qualität der Randbearbeitung. Daher achten wir hier sorgsam darauf, dass die Kanten alle gratfrei, glatt und durchgehend gefärbt sind.

Um der Kante den klassischen glänzenden (oder matten) Look zu geben, wird nach der Färbung über diese mit einem Reifeholz mehrfach gerieben. Dadurch schließen sich die Poren des Leders und es wird glatt. Hierbei ist es mehr die Reibung bzw. Hitze, die diesen Effekt enstehen lässt, als der schiere Druck. 

Edge bevelling
kanten

Die Individualisierung

Je nachdem, welche Veredelungsvariante Sie wünschen, wird das Werkstück mittels Laser oder manueller Prägung mittels Schlagstempel nochmals bearbeitet. 

werkstueck lasern
Mr Shell grey

Unsere Leder

sind ausschließlich hochwertigste Leder aus Italien, hier hauptsächlich aus der Toskana – und Deutschland. Die Liste der Gerbereien, deren Leder wir verwenden:

Deutschland:

  • Ecopell®
  • Sämischgerberei Kolesch
 
Italien: 
 
  • Conceria La Bretagna
  • Conceria Walpier
  • Badalassi Carlo
  • La Perla Azzura
  • Mr. Shell ( Shell Cordovan & Pferdeleder )

Dies ist nur ein Ausschnitt der Leder, die wir zur Vefügung haben. Es können aber auch Leder nicht mehr erhältlich sein, wir kümmern uns dann um adäquaten Ersatz.

Das fertige Produkt

Nachdem alle Schritte abgeschlossen sind, wird das fertige Produkt nochmals inspiziert und danach, sofern es zur Zufriedenheit ausgefallen ist, leicht feucht abgewischt (je nachdem, ob das Leder dies zulässt). 

Danach wird es hübsch verpackt und kann die Reise zu Ihnen antreten.

versand

Ein paar letzte Worte

Glückwunsch, Sie haben es bis zum Ende geschafft! 

Vielleicht verstehen Sie nun besser, wieso die Produkte, die wir anbieten, eine ganze Weile benötigen, bis diese endlich fertig sind und dass dies, wenn mehrere Aufträge anstehen, schon mal eine Weile dauern kann. Da wir jedes Produkt mit der gleichen Sorgsamkeit und Präzision fertigen, ist dies kein schneller Prozess. 

Ebenfalls sollte nun der Unterschied zu einem maschinengefertigtem Produkt, das einen Bruchteil dessen kostet, als diejenigen, die Sie bei uns erwerben können, klarer geworden sein. Die Stunden, die in einem sorgsam ausgearbeitetes Projekt stecken, die hochwertigen Materialien und die Liebe zu den Details, machen unsere Produkte aus. 

Der Unterschied? 

Unsere handgefertigten Produkte halten jahrelang, können bei entsprechender Pflege sogar noch an die nächste Generation vererbt werden. Machen Sie das mal mit einem Kunstlederetui oder einem billigen Geldbeutel aus Fernost. Dazu kommt, dass das hochwertige Leder, das wir nutzen, mit der Zeit immer schöner wird, da es in den meisten Fällen eine herrliche Patina ansetzt. Das finden Sie nur bei pflanzlich gegerbten Ledern erster Güte. 

Aber nicht nur das: Sie schonen damit das Klima, da wir keine Artikel importieren, die tausende Kilometer zurücklegen müssen und wahrscheinlich noch aus Kinderarbeit stammen. 

Und – Sie untersützen damit die lokale Wirtschaft. Dafür möchten wir uns an der Stelle noch einmal herzlich bedanken. 

Ihr Team von LeatherCraft Germany